Der Plan für den Innenausbau ist am Rechner im 3D-CAD entstanden. Das hört sich erstmal einfach an, aber es muss endlos viel gemessen werden, und am Ende muss man doch alles Mögliche wieder ändern.
Da der HZJ 76 auch hinten Türen hat, war die Idee, eine davon als Einstieg zu verwenden. Die Andere bietet die Möglichkeit, auch von außen an eine Kühlbox zu gelangen. Schließlich sollte der Zugriff auf ein Ankerbierchen oder ein Glas Wein so einfach wie möglich sein. Ein kleiner Hochschrank auf einer Seite, so dass mit 1,10m verbleibender Breite noch Platz ist für eine Liegefläche für zwei Personen. Das ist nicht üppig, reicht aber in Gewitternächten, oder wenn man mal keine Lust hat, für eine kurze Nacht das Dachzelt auszuklappen. Im direkten Zugriff bei geöffneten Hecktüren war eine Schublade für die wichtigsten Kochutensilien, zwei Wasserkanister mit Pumpe und ein Fach für den Gasgrill angedacht.
Nachdem der Boden vorbereitet war (mit drei Airline-Schienen quer zur Fahrtrichtung zur flexiblen Befestigung der Möbel und zur Ladungssicherung im Innenraum), konnte es losgehen. Wir haben uns für einen recht einfachen Ausbau aus Multiplexplatten (Siebdruckplatten) entschieden. Wir hatten vorab Muster von Alu-Profilen für den Ausbau in Leichtbauweise bestellt, aber das gefiel uns nicht. Man hat überall kalte und harte Kanten, die zwar verschleißfest sind, aber unglaublich viel Arbeit beim Zuschnitt erfordern. Das sieht auch nur bei sehr sorgfältiger Verarbeitung einigermaßen gut aus. Lediglich die Kompressionsverschlüsse aus diesem Programm haben wir für die Klappen verwendet, um alles so klapperfrei wie möglich zu gestalten.


Insgesamt sind vier Elemente entstanden, die relativ leicht auch wieder auszubauen sind. Man kann sie modifizieren oder komplett gegen etwas anderes austauschen. Wir waren bereits zu Beginn überzeugt, dass der erste Versuch nicht unbedingt die endgültige Lösung darstellen würde. Links und rechts zwei lange Elemente mit Stauraum, beide in Höhe der späteren Liegefläche. Die fällt beim HZJ 76 leider etwas flacher aus als es beim 78er möglich wäre. Es fehlen die 11cm zusätzlicher Innenhöhe, so dass man auf den Bänken auch recht niedrig sitzt. Geht aber. Hinten ein Schubladenelement zwischen den zwei Stauboxen, und auf der linken Seite noch ein „Hochschrank“. Wenn man nicht so lange unterwegs ist, kann der ausgebaut werden, und die Liegefläche kann etwa 40cm breiter werden. Das ist aber im Moment nicht geplant.

Mit Holz kann ich arbeiten, das mache ich seit vielen Jahren. Zugegebenermaßen muss ich allerdings mangels Profiwerkstatt mitunter unkonventionell vorgehen. Die BG hätte vermutlich ihre helle Freude:
Professionelle Tischkreissäge Ohne Worte … aber so lässt sich die Handkreissäge mit Fußschalter betätigen.
Die Klappen werden alle mit Kompressionsverschlüssen versehen. Die Elli ist schon laut genug, da muss später nicht auch noch der Innenausbau klappern. Eine Bohrschablone ist hilfreich:
Bohrschablone Vorgebohrt für Ausschnitt mit Stichsäge
Für den „Hochschrank“ auf der linken Seite haben wir nur für die Front eine Multiplex-Platte verwendet. Der Rest besteht aus Gewichtsgründen aus Pappel-Sperrholz. Damit es etwas gefälliger aussieht, sind die Seiten mit schwarzem Filz beklebt. Im hinteren Bereich ist eine mit Netz abgetrennte Ablage für Schlafsäcke und Wolldecken. Am rechten Rand des nächsten Bilds sieht man die Position der Kühlbox.
Die mittlere Klappe kann übrigens als kleiner Tisch für verwendet werden, wenn man mal hilflos mit einem Weinglas bei schlechtem Wetter drinnen sitzt.

Die oben schon erwähnte Schublade lässt sich aus dem selben Grund auch nach innen aufziehen. So kommt man an den Kaffee und die wichtigsten Küchenutensilien auch von innen.
Die beiden unteren Klappen des Oberschranks sind unten nur gesteckt. So lassen sie sich auch herausnehmen, wenn später die Matratzen auf der Liegefläche liegen.